Abbruch krimineller Karrieren auf einem Frachtensegler ?

Undine von Hamburg

Frachtenschoner von 1931

96 BRT

Länge: 28,8 m

Breite:   5,8 m

Ziel des auf mehrere Jahre angelegten

Forschungsprojektes „Gangway“

ist die Evaluierung einer Maßnahme zum Abbruch krimineller Karrieren mit dem Ziel

  • Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten
  • bei nachgewiesenem Erfolg eine Multiplikation zu bewirken.

Die Arbeiten gestalten sich aus vielschichtigen Gründen als sehr schwierig und zeitraubend:

  • Datenschutzrechtliche Gründe komplizieren das „Aufspüren“  ehemaliger Teilnehmer der Maßnahme
  • Die Befragung ehemaliger Teilnehmer stößt nicht immer auf Verständnis
  • Die konsequente Prüfung, wie kriminell die Karriere vor Antritt der Maßnahme war und wie der spätere Verlauf etwaiger Delinquenz war ist -auch aus datenschutzrechtlichen Gründen- nur begrenzt möglich.
  • Der Projektansatz selbst hat sich im Verlaufe der vorangegangenen Jahre fortlaufend geändert.

Im Hamburger Freihafen versucht seit vielen Jahren „Gangway e.V.“, Jugendliche auf dem Höhepunkt ihrer kriminellen Karriere in die Gesellschaft zu re-integrieren, nachdem regelmäßig alle anderen privaten und öffentlichen Maßnahmen versagt haben:

Die Probanden gehen freiwillig und aus eigenem Antrieb („so kann es mit mir nicht weitergehen !“) nach einer nautischen Grundausbildung für ein halbes Jahr an Bord eines Frachtenseglers (Undine) und befördern tatsächlich Güter.

Nach Rückkehr in den Hafen bleiben die Kids auf sog. Pontons –ebenfalls im Hafen– untergebracht. Ziel: Erlangung des Hauptschulabschlusses. Danach erfolgt auch Unterstützung bei Job– und Zimmersuche…
Die Maßnahme finanziert der Verein „Gangway“ überwiegend durch ABM-Stellen und Tagessozialhilfesätze für die Kids.

Einerseits liegen zwei Teil-Forschungsberichte vor:

Der erste beschäftigt sich mit der systematischen Einordnung des Projektes insbesondere im Verhältnis zu Grundsätzen der Freizeitpädagogik. Damit enthält er sowohl einen beschreibenden wie einen analytisch vergleichenden Teil.

Der zweite ist der Entwicklung einer Interviewstruktur sowie der Durchführung von Probandenbefragungen gewidmet. Eine Analyse durfte hier noch nicht erwartet werden.

Andererseits wurde im dritten Teil, die ersten beiden zusammenfassend einbeziehend, ein Resumee gezogen:   

Lohnt diese Anstrengung ?

  • wirtschaftlich -aus Sicht der finanzierenden Stellen
  • persönlich – aus Sicht der engagierten Betreuer
  • gesellschaftlich – aus Sicht der Vermeidung von normabweichendem Verhalten
  • ethisch – aus Sicht der Zukunftssicherung von Kindern/Jugendlichen

Das Ergebnis ist positiv ! 
Es gilt, weiterzumachen, mit energischer Hilfe der Kommunen (in diesem Fall Hamburg) und fortlaufender Evaluierung, damit etwaige Fehler erkannt und vermieden werden können, damit das Projekt selbst den sich wandelnden Anforderungen angepasst werden kann.

Unsere tiefe Bewunderung gilt dem Verantwortlichen dieses Projektes, Herrn Breuer und seinem Team, gern reichen wir jede Anfrage an ihn weiter.

Kostenloser Download:
Zusammenfassung der Forschungsergebnisse